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Bauplanung und Baubetrieb

Chancen- und Risiko­management

Wie sich Termin- und Kostenrisiken beziffern lassen: Begriffe, Vorgehen und Monte-Carlo-Simulation am Beispielprojekt.

Aktualisiert am 29. September 2026Ansprechpartner: Robert Hagmann

Chance, Risiko, Unsicherheit

Nicht jede Unsicherheit ist ein Risiko. Bewerten lassen sich Abweichungen, deren Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten abgeschätzt werden können: positive als Chancen, negative als Risiken.1, 2 Diese Unterscheidung steht am Anfang jeder belastbaren Risikoanalyse.

Unsicherheit
Zielabweichung unbekanntpositive Zielabweichung erwartetnegative Zielabweichung erwartet
UnwissenUngewissheitChanceRisiko
Auswirkungen bekanntneinnicht vollständigjaja
Eintrittswahrscheinlichkeit bekanntneinneinja (objektiv oder subjektiv)ja (objektiv oder subjektiv)
Abb. 1 Begriffssystem der Unsicherheit.In Anlehnung an Hofstadler und Kummer (2017)2

Vorgehen

Wir gehen in vier Schritten vor, angelehnt an den Risikomanagementprozess der ISO 31000.3

  1. Identifizieren

    Chancen und Risiken für Termine, Kosten und Qualität gemeinsam mit dem Projektteam erfassen.
  2. Bewerten

    Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten abschätzen, qualitativ oder über Verteilungen.
  3. Simulieren

    Einzelrisiken im Terminplan oder in der Kalkulation zu einer Gesamtaussage verdichten.
  4. Steuern

    Maßnahmen und Reserven festlegen und ihre Wirkung im Projektverlauf überwachen.

Probabilistische Simulation

In der Monte-Carlo-Simulation4 erhält jeder Vorgang eine Bandbreite statt eines Einzelwerts. Aus einer Vielzahl simulierter Bauabläufe entsteht die Verteilung des Ergebnisses und damit eine Aussage darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Termin oder Budget gehalten wird. In der Simulation unten folgt jede Dauer einer PERT-Verteilung zwischen der Hälfte und dem Doppelten ihres wahrscheinlichsten Werts.5 Sie lässt sich direkt im Browser neu berechnen.

Ausgangsdaten: Beispielprojekt.

Häufigkeitsverteilung des Gesamtaufwands

Anzahl der Simulationsläufe je Klasse (Klassenbreite 500 h)

010020030016.000 h20.000 h24.000 h28.000 h32.000 h36.000 hPlanwertP50P80P90
≤ P80 > P80

Summenhäufigkeit (Unterschreitungswahrscheinlichkeit)

Wahrscheinlichkeit, dass der Gesamtaufwand einen Wert nicht überschreitet

0 %25 %50 %75 %100 %16.000 h20.000 h24.000 h28.000 h32.000 h36.000 hPlanwertP50P80P90

Konvergenz des Medians

Laufender Median über die ersten 1.000 Simulationsläufe

21k23k25k27k02505007501.000
Werte als Tabelle
Klasse [h]Läufekumuliert
15.500 - 16.00010 %
16.000 - 16.50010 %
16.500 - 17.000160 %
17.000 - 17.500291 %
17.500 - 18.000682 %
18.000 - 18.500814 %
18.500 - 19.0001246 %
19.000 - 19.5001399 %
19.500 - 20.00016913 %
20.000 - 20.50018316 %
20.500 - 21.00023121 %
21.000 - 21.50021325 %
21.500 - 22.00023030 %
22.000 - 22.50024835 %
22.500 - 23.00027440 %
23.000 - 23.50025745 %
23.500 - 24.00027251 %
24.000 - 24.50025256 %
24.500 - 25.00022260 %
25.000 - 25.50021565 %
25.500 - 26.00020569 %
26.000 - 26.50019973 %
26.500 - 27.00022177 %
27.000 - 27.50017080 %
27.500 - 28.00016584 %
28.000 - 28.50014987 %
28.500 - 29.00012289 %
29.000 - 29.50010891 %
29.500 - 30.0009193 %
30.000 - 30.5008195 %
30.500 - 31.0006996 %
31.000 - 31.5004397 %
31.500 - 32.0004698 %
32.000 - 32.5003499 %
32.500 - 33.0002399 %
33.000 - 33.5001899 %
33.500 - 34.00014100 %
34.000 - 34.5008100 %
34.500 - 35.0006100 %
35.000 - 35.5002100 %
35.500 - 36.0001100 %
Abb. 2 Interaktive Monte-Carlo-Simulation mit Häufigkeitsverteilung, Summenkurve und Konvergenz.Quelle: rheonda, Beispielprojekt

Terminrisiken im Netzplan

Dasselbe Prinzip wenden wir direkt auf den Netzplan an. Neben Bandbreiten je Vorgang modellieren wir projektspezifische Risiken als eigene Ereignisse, etwa verspätete Vorleistungen oder Lieferungen, und zeigen deren Wirkung auf den Fertigstellungstermin.

Dialog zur Risikodefinition eines Vorgangs im Terminplanungsprogramm
Abb. 3 Definition eines projektspezifischen Risikoereignisses im Terminplan.Quelle: rheonda
Histogramm und Summenkurve des Fertigstellungstermins
Abb. 4 Wahrscheinlichkeitsverteilung des Fertigstellungstermins.Quelle: rheonda